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Verbrannte Hirnrinde

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Januar 9, 2013 by moi

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Hinterm Pult: Sascha Schäfke als parapsychologischer Moderator

 

Sie nennen sich „die letzte Bastion der Irren“, und guckt man sich ihre Filmchen an, gibt man ihnen recht: Sascha Schäfke und seine Freunde aus der Hamburger Kunst-, Musik- und Schauspielszene nennen sich „Crème Brûlée“, und sie sind hier, um den Irrealismus auszurufen

 

Antitude: Die Videoclips von „Crème Brûlée“ geistern seit Ende November auf Facebook, Twitter und Youtube rum. Das sieht sehr lustig und sehr sinnbefreit aus. Wer seid ihr, was wollt ihr und warum heißt ihr wie ein französisches Dessert?
Sascha Schäfke: Ich hatte eines Tages die Eingebung, wie der Finger Gottes von Michelangelo auf unsere Köpfe zeigt und das Gehirn abbrutzelt. Crême Brûlée bezieht sich auf die Hirnrinde, und wir sind die Helden, die dort leben, im kollektiven Unterbewusstsein. Jetzt zeigen wir unsere Abenteuer öffentlich, um das Zeitalter des Irrealismus zu feiern. Diese frohe Botschaft wollen wir mit unserer Fernsehserie „Crème Brûlée“ unters Volk zu bringen.

Gibt es einen geheimen roten Faden zwischen Folgen wie „Der Völlereidämon“ oder „Idioten aus dem All“?
Es gibt ein paar Figuren, die in jeder Folge vorkommen. Das sind die Figuren, die jedermann in seiner Hirnrinde hat: Die Gender-Mutter, dann Hugo, der ein bisschen minderbemittelt ist, aber zwischendurch ganz lichte Momente hat, außerdem der Parapsychologe Eric, und Anita, die ewige Patientin. Wir wollten unreale Figuren erschaffen und die auch noch überziehen, ein Rückzug in den totalen Klamauk, ein bisschen wie The Mighty Boosh.

Am 19. Januar tretet ihr mit eurer Show in der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel auf. Wie soll das aussehen?
Ich bin Moderator und mache parapsychologische Experimente. Die Lavits, die in der Weihnachtsfolge die Exorzisten spielen, werden auch noch etwas aufführen. Dazwischen werden die Filme gezeigt. Die ersten fünf Folgen sind noch ziemlich kindlich gehalten, ein bisschen wie die Sesamstraße. Danach feiern wir eine Northern-Soul-Party. Die nächsten Folgen sollen viel derber werden, bei den Shows soll es noch eine Band geben, und wir wollen einen eigenen Sender haben. „Crême Brûlée“ soll wie ein Holodeck sein, wo alles funktionieren kann. Das fände ich charmant.

Ist „Crème Brûlée“ Theater, Fernsehen oder Youtubephänomen?
Eigentlich sehen wir uns genau dazwischen. Letztendlich kann man uns sogar auf der Dokumenta zeigen.


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