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Seinesprünge

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März 21, 2013 by moi

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Ein Spaziergang an der Seine, das erste Mal mit genug Frühling, um die Hummelaugen wieder aufzusetzen.
Der Schal ist nicht zwingend notwendig, gehört aber zum Weltschmerz.

Où trouverez-vous, dans l’océan des littératures, un livre surnageant qui puisse lutter de génie avec ces lignes : Hier, à quatre heures, une jeune femme s’est jetée dans la Seine du haut du Pont-des-Arts. Devant ce laconisme parisien, les drames, les romans, tout pâlit.

“Wo sehen Sie im Ozean der Literatur ein Buch schwimmen, das es an Genie mit diesen Zeilen aufnehmen könnte: Gestern um vier Uhr morgens ist eine junge Frau von der Spitze der Brücke Pont-des-Arts in die Seine gesprungen. Vor dieser Pariser Lakonie erblasst alles, die Dramen, die Romane.”

So rühmt Balzac in der gewohnt lakonischen Art eines Romanciers des 19. Jahrhunderts in La peau de chagrin die Schönheit der Seine. Manchmal springen die Pariser Damen aber auch nicht aus Verzweiflung, sondern au Trotz gegen das pseudointellektuelle misogyne Gequatsche ihrer Verehrer in den Fluss, wie Jeanne Moreau in Jules et Jim:

Tatsächlich sind die Ufer der Seine, ein bisschen tiefergelegt als der Rest der Stadt, eigentlich der schönste Ort von Paris, an dem man sich stundenlang flanierend verlieren kann, entlang an niedlichen Schiffchen, Bauarbeiten, stinkenden Brücken und Marmorbänken. Dreckiger und melancholischer als der Haussmann’sche Klassizismus, murmelt der Lärm der Stadt gedämpft über den Kopf hinweg: Bis man wieder auftaucht in den Rausch der Welt, der zu Sprüngen unterschiedlichster Art aufmuntert.
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