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Girls with Guybrows

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März 9, 2015 by moi

20150309

Vor einiger Zeit war ich auf einer dieser „The 20 ugliest/scariest/most unbelievable … in the whole wide world“-Seiten, auf denen man dann doch irgendwie immer wieder mal landet, obwohl sie jedes Persönlichkeitsrecht verletzen und jede Form von Andersartigkeit stigmatisieren. Einer dieser Seiten widmete sich den merkwürdigen Formen aufgemalter Augenbrauen, die über wegrasierte Augenbrauen gemalt wurden. Da habe ich allerdings schon ein bisschen gedacht: Selbst schuld. Wie kann man sich nur die Augenbrauen wegrasieren!

Ich persönlich bin sehr dagegen, seine Augenbrauen in irgendeiner Form zu zivilisieren, ich bin sogar gegens zupfen. Dicke Augenbrauen sind wichtig, um einen kritischen Blick angemessen zu unterstreichen, sie bedrohlich zu heben und anderen Menschen dadurch Furcht einzuflößen, wenn das nötig ist. Insbesondere Frauen sollten so dicke Augenbrauen haben wir möglich, Guybrows eben. Ich verbrauche zwei Augenbrauenstifte pro Monat, um meine Augenbrauen auf Guybrow zu pimpen. Das haben schon viele Menschen vergeblich versucht, mir auszureden. Ein Freund sagte einmal zu mir: Wenn ich ein Warnschild über dich machen müsste, wäre es ein rotumrandetes Dreieck mit zwei dünnen Längs- und zwei dicken Querbalken drin, einmal für die Beine, und einmal für die Augenbrauen.

Meine zwei Lieblings-Guybrows haben Cathérine Deneuve und Sasha Grey. Cathérine ist meine Heldin seit „La sirène du Mississipi“ und „Belle de Jour“.

 

Gérard Dépardieu hat einmal über Cathérine Deneuve gesagt, sie sei der Mann, der er immer sein wollte, und ich finde, das ist das wunderbarste Kompliment, das man einer Frau machen kann. Von Cathérine selbst stammt die schöne Aussage, es gäbe ein Alter, in dem man sich zwischen seinem Gesicht und seinem Arsch entscheiden müsse. Cathérine steht über den Dingen und über dem Fußvolk und wirkt bei jedem Fäkalfluch völlig glaubwürdig, das muss man erst Mal hinkriegen. Es gibt ein paar Filme mit ihr, wo ich mir einbilde, unter ihren Louis-Vuitton-Kleidern zeichneten sich ein paar Eier ab. Cathérine Deneuve ist und bleibt einfach die schönste Frau der Welt.

Mein zweites Lieblings-Guybrow-Girl ist Sasha Grey, deren Videos ich nicht verlinken werde. Ich bin mir ziemlich sicher, diese „Ich bin Pornostar geworden weil ich auch immer viel Nietzsche und Simone de Beauvoir gelesen habe“-Nummer hat sich ein cleverer PR-Mensch ausgedacht, und die Theorie, sich selber bis ins Extrem zu objektivieren und damit der Objektivierung zu entkommen halte ich für schwierig, aber Sasha hat ja bestimmt auch Adorno gelesen und kennt das mit der Unmöglichkeit des richtigen Lebens im falschen. Ich mag Sasha Grey, weil sie in dieser auf die Spitze getriebenen Erfüllung von Unterwerfungsfantasien eine derartige sexuelle Aggressivität an den Tag legt, dass den Typen ganz mulmig wird und sie Angst vor ihren eigenen Fantasien kriegen, und auch das muss man erst mal schaffen. Es gibt einen Dokumentarfilm über die Pornoindustrie in L.A., “9 to 5 days in porn”, in dem ein Produzent nach einem Dreh verstört sagt: „I think she’s completely crazy“. Sasha Grey hat sich dem branchenüblichen Zwang zur Brustvergrößerung verweigert und ist mit 22 aus dem Business ausgestiegen mit der Begründung, sie hätte jetzt alles erlebt.

Cathérine Deneuve und Sasha Grey sind beide dickbebraute Radikalinskis, mit dem Unterschied, dass Cathérine stets die Form wahrt, was aber letztlich nur eine Formalie ist. Und wenn schon eine „The 20 irgendwas“-Seite, dann doch die hier: 52 Powerful Photos of Women Who changed History forever.


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